Billigflieger – Vorteile, Nachteile & lohnt es sich?

Bei Billigfliegern gilt die Beinfreiheit eher als begrenzt. Foto travelarium via Twenty20

Das Geschäft der Billigflieger hat über mehr als ein Jahrzehnt lang den Markt für Flugreisen revolutioniert. Manche große Airline hat beim Versuch, ohne eigene Billigfliegersparte auszukommen und den günstigen Konkurrenten einfach nur den eigenen Service bei gleichbleibend hohen Preisen entgegenzusetzen, den Kürzeren gezogen.

Auch jetzt gehen viele davon aus, dass Billigfluganbieter die Corona-Krise und die damit verbundenen Wirren und Probleme im Reisesektor besser überstehen werden als viele große Fluggesellschaften. Als einer der Gründe für diese Annahme wird angeführt, dass Billigflieger sich auf das Tourismusgeschäft konzentrieren und nicht so sehr auf Geschäftsreisende. Da aber vor allem die Geschäftsreisen langsamer wieder angelaufen sind und anlaufen als touristische Reisen, wird großen Airlines ein schwieriger Wiederaufbau nach der Pandemie prognostiziert.

Was sind Billigflieger

Als Billigflieger bezeichnet man Fluggesellschaften, die ihre Flüge zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten als große Fluggesellschaften. Zu diesen Billigfliegern gehören beispielsweise Airlines wie:

  • Eurowings
  • Ryanair
  • EasyJet
  • Wizz Air

Diese Liste lässt sich natürlich noch endlos mit diversen Billigfluggesellschaften aus der ganzen Welt fortsetzen. Die hier Genannten sind allerdings die in Deutschland Bekanntesten und Umsatzstärksten. Ihren sehr günstigen Preis können Billigflieger halten, weil sie bei ihren Flügen auf eine Menge Service- und Inklusiv-Leistungen verzichten.

Vorteile von Billigfliegern

Billigflüge werden teilweise für Schleuderpreise angeboten. Zuweilen kostet ein Flug von A nach B über ein solches Angebot nur 5 – 15 Euro. Dabei bringen Billigflieger neben dem preislichen Aspekt noch ein paar weitere Vorteile mit sich.

Da wäre einmal zum Beispiel der Umstand, dass Billigflieger sehr häufig auch von kleineren Flughäfen starten, die von den großen Airlines nur sehr viel weniger oder zuweilen sogar gar nicht angeflogen werden. Das macht den Aufenthalt am Flughafen gemütlicher, weniger voll und ist eines der Mittel, die von den Fluggesellschaften genutzt werden, um die Preise so niedrig wie möglich zu halten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Billigflieger auch zwischen den verschiedenen Teilen Deutschlands hin und her fliegen. Wer also einen Urlaub in Deutschland plant, kann schon bei der Buchung überlegen, ob sich diesmal nicht ein Billigflug für die ganze Familie lohnen würde.

Hinzu kommt, dass Billigairlines ihre Billigflieger in der Regel so einsetzen, dass hier zu mehr als 90 Prozent Direktflüge angeboten werden können. Dabei werden grundsätzlich beliebte Urlaubsregionen mit kleineren, aber zentralen Abflughäfen in Deutschland verbunden, sodass beispielsweise der Flug vom Flughafen Nürnberg nach Bologna in Italien für teilweise gerade einmal 7,99 Euro angeboten werden kann.

Tipp

Besonders bei Städtereisenden sind Billigflüge sehr beliebt, da gerade bei dieser Art zu reisen die Nachteile von Billigfliegern nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wenn Sie dabei womöglich gar zwei Städte in einer Zielregion miteinander verbinden möchten, können Sie noch weiter sparen. Denn sogenannte Gabelflüge werden von vielen Billig-Airlines noch etwas günstiger angeboten, als es ein normaler Flug wäre.

Von einem Gabelflug spricht man, wenn beispielsweise der Zielflughafen des Hinflugs nicht dem Abflughafen des Rückflugs entspricht. Möchten Sie beispielsweise die beiden italienischen Großstädte Florenz und Mailand erleben, buchen Sie einen Flug nach Mailand und verbringen dort einige Tage. Dann fahren Sie im Zug weiter nach Florenz, wo Sie wiederum einige Tage verbringen. Schließlich fliegen Sie von Florenz aus wieder zu Ihrem Ausgangsflughafen zurück.

Nachteile von Billigfliegern

Wenn Sie überlegen, ob Sie sich für einen Billigflieger entscheiden sollen, müssen Sie natürlich auch die Nachteile im Blick behalten. Wie bereits erwähnt kommt der sehr niedrige Preis unter anderem durch eine erhebliche Reduzierung des Servicepersonals in den Kabinen zustande. Speisen werden auf Billigflügen grundsätzlich nicht angeboten – auch Getränke sind hier nicht unbedingt kostenlos im Flugpreis enthalten.

Generell sind die Inklusivleistungen bei einem Billigflug deutlich abgespeckt im Vergleich zu einer klassischen Airline. Neben dem Platzfaktor – die Sitze in Billigfliegern bieten in der Regel weniger Beinfreiheit – ist der wichtigste Punkt hier wohl das Gepäck. In aller Regel ist hier nur ein Handgepäckstück im Preis eingeschlossen. Wer, wie bei einer klassischen Airline, Handgepäck und ein Gepäckstück für den Ladebereich aufgeben möchte, muss dieses bereits extra zahlen. In vielen Fällen ist es sogar so, dass ein Billigflug gar nicht mehr wirklich preisreduziert ist im Vergleich zu einem Standardflug, wenn Sie die gleiche Menge an Gepäck mitführen möchten. Auch die Buchung von Sonderwünschen wie eines besonderen Sitzplatzes ist hier in der Regel mit einem Aufpreis verbunden.

Billigflieger – Ja oder Nein?

Wer regelmäßig Kurztrips unternimmt und dabei nicht allzu viel Gepäck benötigt, der wird mit der Nutzung von Billigflügen mit Sicherheit eine Menge Geld sparen können. Da der Komfort hier auch im Flugzeug nicht der Allergrößte ist, sollten Sie solche Angebote vor allen Dingen bei Kurzstreckenflügen ins Auge fassen. Für längere Strecken sind die Flieger vor allem bei größeren Reisenden von der Beinfreiheit und dem Platzangebot her teilweise doch etwas sehr unbequem.

Wenn Sie den Flug allerdings nicht als einfache Möglichkeit der Fortbewegung sehen, sondern Ihr Flugerlebnis zelebrieren möchten und dabei neben einem bequemeren Sitz auch mehr Service wünschen, sollten Sie trotz der teureren Preise eher auf eine bewährte Charter-Airline setzen.

Foto: travelarium via Twenty20

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